Fossil des Monats Januar 2019

Wurzel aus dem Wurzelmantel eines Baumfarns

Psaronius sp., SNSB-BSPG 1964 XX 21

Das Fossil des Monats ist der Querschnitt einer kleinen Wurzel in anatomischer Erhaltung. Sie stammt aus einem historischen Dünnschliff durch den Wurzelmantel eines Farnstamms aus dem Versteinerten Wald von Chemnitz (295 Mio. Jahre). Die Farne dieses Waldes zeigen ein breites Spektrum an Wuchsformen. Man kennt krautige und lianenartige Formen, aber auch baumförmige Vertreter. Der wichtigste Vertreter dieser Baumfarne wird Psaronius genannt. Ihre Stämme haben einen besonderen Bau. Der eigentliche Stamm, der an seiner Basis recht dünn ist und nach oben hin immer dicker wird, ist von einem Wurzelmantel umgeben, der aus hunderten kleiner Einzelwurzeln besteht, die vom Stamm über seine ganze Länge gebildet werden und an der Außenseite zum Boden wachsen. Der Dünnschliff stammt aus der Sammlung des Paläobotanikers Dr. Max Hirmer (1893–1981), der ab 1927 als Professor an der Uni München tätig war, jedoch 1936 von den Nationalsozialisten wegen „politischer Untragbarkeit“ zur Ruhe gesetzt wurde.

Das Faltblatt mit ausführlichen Informationen zum Fossil des Monats steht wie immer auf der Webseite der Bayerischen Staatssammlung für Paläontologie und Geologie als PDF-Datei (1,5 MB) zum Download bereit.

Fossil des Monats ist eine regelmäßige Aktion des Paläontologischen Museums München. Hierbei werden jeden Monat besondere Fossilien aus dem Fundus der Staatssammlung ausgestellt und von Wissenschaftlern der Staatssammlung und dem Lehrstuhl Paläontologie und Geobiologie eingehend in Begleittexten und einem Faltblatt erläutert. Die Freunde der Bayerischen Staatssammlung für Geologie und Paläontologie München e.V. unterstützen diese Aktion.