»Fossile Bühnen« im ersten Akt der Dinosaurier – Aufschlüsse im Coburger Sandstein, Burgsandstein und Feuerletten von Mittelfranken
Exkursion am Samstag, den 31.8.2024
Leitung/Referent: Michael Schmidt, M.A.
Die Exkursion führte zunächst in die alten Steinbrüche zwischen Wernsbach und Mauk, wo einst die bekannten Sandsteine der Löwenstein-Formation (»Burgsandstein«) abgebaut wurden. Diese Gesteine entstanden aus mächtigen Sand-Schüttungen, die sich von der Vindelizischen Schwelle aus ins Germanische Triasbecken vorbauten. In den hohen Wänden des weitläufigen Aufschlusses lassen sich die Merkmale dieser Schwemmsedimente hervorragend studieren. Sie legen Zeugnis ab von den klimatischen Verhältnissen während der mittleren Keuper-Zeit (Karnium) vor etwa 210 Millionen Jahren.
Anschließend ging es zur Tongrube Guggenmühle bei Allersberg. Hier sind die Sedimentite der Trossingen-Formation (»Feuerletten«) aufgeschlossen, in denen einst auch Fossilien von Plateosauriern gefunden worden sind. Der »Feuerletten« folgt stratigraphisch direkt über dem »Burgsandstein« und zeugt von einer Verflachung des Sedimentationsraumes. In die homogene Abfolge eingeschaltet sind Bänke des sogenannten »Plateosaurus-Konglomerats«, einer bunten Zusammenschwemmung aus Karbonatgeröllen und (untergeordnet) kristallinen Fragmenten. Es sind dies die Relikte von episodisch wasserführenden Kanälen, die die weite Tonebene vor rund 205 Millionen Jahren durchschnitten – in der Zeit des Rhaetium (Oberer Keuper). Auf unserer Exkursion konnten wir einige interessante Proben davon aufsammeln. Unser herzlicher Dank geht dabei an Herrn Helmut Ringseis von der Eigentümer-Firma M. Reithelshöfer GmbH, der für uns die Betretungserlaubnis für die Tongrube einholte und uns begleitete.
Ursprünglich war außerdem der Kurzbesuch eines Aufschlusses im Coburger Sandstein bei Georgensgmünd geplant. Aus Zeitgründen wurde dieser aber ausgespart.
Michael Schmidt, München
Abbildungen
Abb. 1: Sedimentabfolge im Aufschluss bei Wernsbach. Foto: Schmidt
Abb. 2: Die Sandsteinbänke im »Feuerletten« der Tongrube Guggenmühle zeigen häufig fluviatile Schichtungsstrukturen. Foto: Schmidt
Abb. 3: Das sogenannte Plateosaurus-Konglomerat besteht im Wesentlichen aus gut gerundeten Karbonatgeröllen. Foto: Schmidt
Abb. 4: Im Aufschluss bei Wernsbach erläuterte der Referent die Bildung der mächtigen Sandsteinabfolgen. Foto: Braun







Foto: SNSB-BSPG/M. Schellenberger