Naturkundemuseum Augsburg – Fossillagerstätte Daiting – Sammlersteinbruch Mühlheim
Exkursion am Samstag, den 7.9.2024
Referenten: Dr. Michael Rummel, Dr. h. c. Helmut Tischlinger, Roland Pöschl
Die erste Station unserer Exkursion war das Naturkundemuseum Augsburg. Hier erläuterte uns der Museumsleiter Dr. Michael Rummel die spannende Fund-, Bergungs- und Präparationsgeschichte eines der Glanzstücke des Ausstellungshauses: des sogenannten »Augsburger Ur-Elefanten«. Dieses ziemlich vollständige Skelett eines Archaeobelodon wurde im Miozän vor rund 15 Millionen Jahren eingebettet. Es stammt aus der Kiesgrube bei Junkenhofen und wurde 2002 entdeckt. Anschließend gab es noch einen kleinen Rundgang durch die Molasse-Ausstellung, bevor es dann »hinter die Kulissen« des Museums ging: In den Präparations- und Sammlungsräumen bekamen wir einen Einblick in den beachtlichen Umfang der Sammlungen, ihre Bedeutung für die heutige Forschung – aber auch in die Herausforderungen, die solch große Bestände zwangsläufig mit sich bringen. Dabei reicherte Dr. Rummel unsere Besichtigung mit so mancher heiteren Anekdote aus dem Konservatorenalltag an.
Unsere Tour ging danach weiter in den Oberen Jura nach Daiting. Hier empfing uns Dr. h. c. Helmut Tischlinger und führte uns in einen der letzten noch bestehenden Plattenkalksteinbrüche am Meilenhart. Die dort anstehenden Schichten gehören nicht mehr zu den klassischen Solnhofener Plattenkalken, sondern zu den darüberliegenden Mörnsheimer Schichten. Nichtsdestotrotz lieferten diese Gesteine im Lauf der Jahrhunderte ungemein viele und gut erhaltene Fossilien. Dr. Tischlinger führte uns die Bedeutung dieser Lokalität anhand von Repliken und Originalen forschungshistorischer Publikationen eindrücklich vor Augen. Abschließend besichtigten wir noch eine ehemalige Bohnerzgrube ganz in der Nähe.
Von hier aus ging es schließlich weiter nach Mühlheim. Im dortigen Besuchersteinbruch konnten die Mörnsheimer Schichten noch bis in den Spätherbst 2024 von Jedermann »erklopft« werden. Leider hat diese Attraktion inzwischen geschlossen. Von Roland Pöschl, einem der beiden damaligen Betreiber, erfuhren wir mehr über die Bedeutung der dort in der jüngeren Vergangenheit getätigten Fossilienfunde. Beispielsweise wurden neben neuen Flugsauriern, großen Meeresreptilien und Resten von seltenen Pflanzengattungen auch gefiederte Tiere entdeckt – wie der erst vor wenigen Jahren beschriebene »Urvogel« Alcmonavis. Mit einer Such- und Sammelrunde im Steinbruch selbst ließen wir den Ausflugstag dann ausklingen.
Michael Schmidt, München
Abbildungen
Abb. 1: Ammoniten der Art Subplanites moernsheimensis: Wie der Artname schon erahnen lässt, eines der Charakterfossilien der Mörnsheimer Schichten. Exkursionsfund aus dem Aufschluss bei Daiting. Foto: Schmidt
Abb. 2: Museumsleiter Dr. Michael Rummel erzählte von den Fundumständen, der Bergung und der Präparation des Archaeobelodon aus der Kiesgrube bei Junkenhofen (links im Bild). Foto: Schmidt
Abb. 3: In einem der letzten noch bestehenden Aufschlüsse der Mörnsheimer Schichten bei Daiting: Dr. Helmut Tischlinger gab uns Einblick in die mannigfaltige Fundhistorie dieser berühmten Fossillagerstätte. Foto: Schmidt





